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NEUES THEMA13.12.2025, 22:49 Uhr
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arktika

• Polen: Antikommunismus nach EU-Vorlage Es geht weiter: Nun verbietet auch Polen seine KP!

Dazu ein Kommentar von Reinhard Lauterbach in der jW vom 5. Dez.:

Das letzte Gefecht

Verbot der KP Polens


In Polen hat das Verfassungsgericht am Mittwoch die kommunistische Partei des Landes (KPP) fĂŒr illegal erklĂ€rt und damit den Weg fĂŒr ihr praktisches Verbot geebnet. Den Antrag hatte StaatsprĂ€sident Karol Nawrocki im November gestellt. Die Streichung der Partei aus dem entsprechenden Register ist jetzt eine Formsache. Genauso wie der Prozess eine war. Die Urteilsfindung dauerte dreieinhalb Wochen, mit einer Beweisaufnahme machte sich das Gericht keine MĂŒhe.

Es argumentierte rein deduktiv: Das Parteiprogramm beziehe sich positiv auf den Marxismus-Leninismus, und dieser sei in Polen ebenso wie andere »menschenverachtende Weltanschauungen« verboten. ­Illustriert wurde dies damit, dass die Partei auf ihrer Webseite einen so­wjetischen Bericht nachgedruckt habe, in dem die Verantwortung fĂŒr die Erschießung polnischer Offiziere in Katyn 1940 von der Sowjetunion auf die deutschen Faschisten abgeschoben wurde.

Der Bericht ist sachlich Unsinn, aber darum ging es gar nicht. Wenn die Veröffentlichung jeden Unsinns verboten wĂŒrde, wĂ€re es schnell sehr ruhig im Lande. FĂŒr die berichterstattende Richterin Krystyna PawƂowicz war das KPP-Urteil offenkundig ein Herzenswunsch, bevor sie an diesem Freitag in den vorgezogenen Ruhestand geht: Endlich, so sagte sie in ihrem Vortrag in der Schlusssitzung, sei in Polen gelungen, was niemand seit 1989 geschafft habe: mit dem Kommunismus einmal von Amts wegen aufzurĂ€umen. Endlich mĂŒsse einmal wirklich das »letzte Gefecht« geschlagen werden.

Was man so »Gefecht« nennt. Die KPP duckte sich im Prozess praktisch weg. Ihre Prozessvertreterin erklĂ€rte, im Falle eines Verbots wĂŒrden die Mitglieder ihre Überzeugungen eben privat und nicht mehr in der Öffentlichkeit pflegen. Die praktischen Auswirkungen des Verbots dĂŒrften so geringfĂŒgig sein, wie es die Folgen des Wirkens der 2002 gegrĂŒndeten Partei mit zuletzt etwa 1.000 ĂŒberwiegend betagten Mitgliedern waren. Schon 2015 hatte die KPP angesichts frĂŒherer Verbotsversuche den Aufruf zur sozialistischen Revolution aus ihrem Programm gestrichen. Und ganz zu recht. Eine Revolution kommt nicht, wenn jemand phrasenhaft zu ihr aufruft, sondern dann, wenn »die oben so nicht mehr können und die unten so nicht mehr wollen«. Sagte Lenin, und der kannte sich aus.


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NEUER BEITRAG13.12.2025, 23:03 Uhr
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arktika

Polen: Antikommunismus nach EU-Vorlage ...
Dies kam natĂŒrlich nicht besonders ĂŒberraschend. Schließlich ist die Verfolgung von KommunistInnen in Polen nicht so ganz taufrisch, sondern lĂ€uft schon lĂ€nger. So sind kommunistische Symbole (was alles darunter fĂ€llt, ist Auslegungssache) schon seit etwa 2 Jahren verboten und auch fĂŒr "kommunistische" MeinungsĂ€ußerungen (was auch immer das sein soll) gilt selbiges. Es handelt sich hierbei also nur um die logische Fortsetzung der auch in anderen LĂ€ndern wie Slowakei oder Tschechien stattfindenden zunehmenden Repression gegen die "K"s.

Schon am 27. November Ă€ußerte sich hierzu die ParteifĂŒhrung der DKP, hier zitiert nach RedGlobe:

Angriff auf polnische Kommunisten

Seit mehr als zwei Jahren arbeiten die Genossen in Polen unter verschĂ€rften Bedingungen: Kommunistische Symbolik ist verboten, wer kommunistische Analysen vertritt, ist Repression ausgesetzt. Polens PrĂ€sident Karol Nawrocki setzt noch einen drauf: Er möchte die Kommunistische Partei Polens (KPP) ganz verbieten. Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, und Renate Koppe, Internationale SekretĂ€rin der DKP, haben der KPP die SolidaritĂ€t der DKP ĂŒbermittelt:

Liebe Genossinnen und Genossen,

innerhalb weniger Monate ist nun ein weiterer Versuch erfolgt, Eure Partei durch das Verfassungsgericht zu verbieten. Der polnische PrĂ€sident hat am 14. November 2025 dort eine Verbotsforderung fĂŒr die Kommunistische Partei Polens eingebracht. Eure Partei soll als verfassungswidrig anerkannt und damit verboten werden.

Dies folgt auf zahlreiche Repressionen, die seit mehreren Jahren gegen Eure Partei und ihre Mitglieder aufgrund der Verwendung kommunistischer Symbole erfolgen.

Dieser erneute Versuch erfolgt vor dem Hintergrund von GeschichtsfĂ€lschungen, Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus, der sozialistischen Sowjetunion und dem faschistischen Deutschland in fast allen LĂ€ndern der EU. Er erfolgt vor dem Hintergrund des NATO-Kriegs gegen Russland, der unter Nutzung der Ukraine gefĂŒhrt wird, und perspektivisch gegen die Volksrepublik China gerichtet ist. Die beispiellose Kriegspropaganda und AufrĂŒstung ist notwendigerweise mit verstĂ€rktem Antikommunismus verbunden. Die AktivitĂ€t von Kommunisten, die sich am konsequentesten gegen eine solche Politik wenden, soll verboten werden.

Wir Kommunisten in Deutschland haben eigene Erfahrungen mit dem Verbot kommunistischer Parteien. Die KPD wurde 1956 ebenfalls von einem Verfassungsgericht verboten. 2021 drohte dann ein „kaltes Parteiverbot“, indem der DKP unter VorwĂ€nden der Status als politische Partei aberkannt werden sollte. Dies konnte damals durch breite internationale SolidaritĂ€t verhindert werden.

Internationale SolidaritĂ€t ist auch jetzt notwendig, und wir werden tun, was uns möglich ist, um die politische Verfolgung von Kommunisten in Polen in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Die Deutsche Kommunistische Partei ist solidarisch mit der Kommunistischen Partei Polens.
Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass ihr weiter fĂŒr Frieden und Sozialismus arbeiten werdet.

HĂ€nde weg von der KPP!

Patrik Köbele
Vorsitzender der DKP

Renate Koppe
Internationale SekretÀrin der DKP


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NEUER BEITRAG13.12.2025, 23:12 Uhr
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arktika

"Die KPP duckte sich im Prozess praktisch weg. Ihre Prozessvertreterin erklĂ€rte, im Falle eines Verbots wĂŒrden die Mitglieder ihre Überzeugungen eben privat und nicht mehr in der Öffentlichkeit pflegen."
Begeisternd, diese Haltung! Besonders, da eine Umsetzung dieser "Haltung" durchaus im Rahmen der RealitĂ€t liegen dĂŒrfte. So kommentiert Lauterbach denn auch entsprechend, "Die praktischen Auswirkungen des Verbots dĂŒrften so geringfĂŒgig sein, wie es die Folgen des Wirkens der 2002 gegrĂŒndeten Partei mit zuletzt etwa 1.000 ĂŒberwiegend betagten Mitgliedern waren."
==> Aber das macht es keinesfalls besser!
NEUER BEITRAG13.12.2025, 23:20 Uhr
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arktika

Polen: Antikommunismus nach EU-Vorlage Schon am 6. Dez. hat die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) eine SolidaritÀtserklÀrung herausgegeben:

Die PdAS verurteilt das Verbot der Kommunistischen Partei Polens

Das polnische Verfassungsgericht hat am 3. Dezember 2025 die Kommunistische Partei Polens fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) verurteilt diese willkĂŒrliche und antidemokratische Entscheidung.

Die Partei der Arbeit der Schweiz verurteilt die Entscheidung des polnischen Verfassungsgerichtes, die Kommunistische Partei Polens fĂŒr verfassungswidrig zu erklĂ€ren und somit faktisch zu verbieten. Das Verbot weist auf besorgniserregende Tendenzen in Europa hin. Mit der fortschreitenden Militarisierung und Kriegsvorbereitung nimmt auch, wie in der Vergangenheit, die innere Repression zu, die sich insbesondere gegen die KrĂ€fte fĂŒr den Frieden richtet. Angesichts des dort vorherrschenden extremen Militarismus und der Kriegsrhetorik ist es nicht verwunderlich, dass gerade in einem Land wie Polen die Kommunistische Partei verboten wird.

WĂ€hrend in Polen Parteiverbote ausgesprochen werden, rĂŒhrt gleichzeitig die EuropĂ€ische Union, die sich als Vorbild fĂŒr Demokratie und Menschenrechte ausgibt, keinen Finger. Damit offenbart die EuropĂ€ische Union erneut ihre Scheinheiligkeit, ihre antikommunistische Ausrichtung und ihren antidemokratischen Charakter. Timeo Antognini, Co-PrĂ€sident der PdAS, hĂ€lt fest: «Die FriedenskrĂ€fte in Europa stehen unter Druck. Wir können nicht erwarten, dass sich die bĂŒrgerlichen Regierungen, die die AufrĂŒstung vorantreiben, fĂŒr die Grundrechte von Friedensaktivist:innen einsetzen. Deshalb sind internationale SolidaritĂ€t und Wachsamkeit aktuell besonders wichtig.»

Die PdAS ist aus dem Parteiverbot der Kommunistischen Partei der Schweiz (1940) und der Sozialistische Föderation der Schweiz (1941) hervorgegangen. Sie ist solidarisch mit allen Parteien, die aufgrund ihrer kommunistischen IdentitĂ€t und ihrem Einsatz fĂŒr Frieden und Sozialismus von repressiven Massnahmen betroffen sind.

Partei der Arbeit der Schweiz


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Die ErklÀrung auch einen Tag spÀter auf RedGlobe unter
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NEUER BEITRAG14.12.2025, 22:12 Uhr
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FPeregrin

Polen: Antikommunismus nach EU-Vorlage Es gibt eine SolidaritĂ€tserklĂ€rung des RFB, verschickt u.a. mit folgende Hinweis, der die schnodderige Darstellung Reinhard Lauterbachs bezĂŒglich der KPP erheblich in Frage stellt: "Die Partei ruft auf, das skandalöse, rechtswidrige Verhalten des poln. Verfassungsgerichtes in die Öffentlichkeit zu tragen." Das klingt nicht nach RĂŒckzug auf Bier & Bratwurst!

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• PDF-Datei SolidaritĂ€tserklĂ€rung des RFB an pol...
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